Wann ist das Kopieren des Personalausweises erlaubt?

Wann ist das Kopieren des Personalausweises erlaubt?

Muster des Personalausweises / Wikipedia

Muster des Personalausweises / Wikipedia

Oft kommen Kunden zu uns die Ihren Ausweis / Pass oder Führerschein / Bankkarte oder Krankenkassenkarte kopiert haben wollen. Was viele aber wohl nicht wissen, bis vor kurzem war das kopieren so eigentlich gar nicht wirklich erlaubt. Dennoch hat man es sogar auf Behörden überall gemacht. Es gab zwar Ausnahmen, aber die meisten Kopien waren eigentlich verbotener weise gemacht worden. Mit der Änderung von § 20 des Passausweisgesetzes ist das ganze nun etwas verbessert worden. Seit dem 15.07.2017 darf ein Personalausweis nun auch kopiert, abfotografiert oder eingescannt werden.

Personalausweis kopieren – die alte und neue Rechtslage

Früher hatte man nur ganz wenige Ausnahmen wann ein Perso kopiert werden durfte. Zahlreiche Voraussetzungen waren zu erfüllen damit man eine Kopie machen durfte. Das Scannen war sogar generell komplett verboten. Es wurde aber der einfachheitshalber dennoch überall gemacht, auch Behörden setzten sich über das Verbot einfach ungestraft hinweg.
Da es also in der Praxis eh schon ständig gemacht wurde hat man letztendlich das Gesetz überarbeitet und einiges erlaubt was früher verboten war.

Was hat sich geändert – was ist nun zu beachten?

Damit man den Perso kopieren oder scannen darf, müssen nur noch Zwei Vorraussetzungen seit dem 15.07.2017 erfüllt werden.

  1. Nur der Ausweisinhaber (oder eine bevollmächtigte Person) darf die Ablichtung machen. Streng genommen müssten Sie also solche Kopien in unserer Selbstbedienung durchführen. Zum Glück können sie uns aber mündlich erlauben dass wir das für Sie machen, wenn gewünscht.
  2. Alle Ablichtungen müssen eindeutig und dauerhaft als KOPIE erkennbar sein.

Wie stellt man sicher, dass eine Ablichtung als Kopie erkennbar ist?

Zum Glück hat der Gesetzgeber uns hier in der Gesetzesbegründung Möglichkeiten genannt:

„Dies lässt sich beispielsweise dadurch erreichen, dass sie in Monochromstufen (z. B. schwarz-weiß) erstellt oder nachträglich dauerhaft darauf umgestellt wird. Eine andere Möglichkeit bestünde etwa darin, auf eine Fotokopie den deutlich sichtbaren Vermerk „Kopie“ anzubringen.“

Das ist auch der Grund warum wir Personalausweise und andere Amtliche Dokumente nur in s/w für Sie kopieren. Es erfüllt die gesetzlichen Anforderungen und reicht normal für alle Zwecke aus, da man ja alles lesen und erkennen kann. (ps. Es ist auch günstiger als Farbkopien). Wenn Sie auf eine Farbkopie bestehen werden wir über die Seite groß das Wort „KOPIE“ vom Kopierer anbringen lassen.

Was darf mit einer Personalausweis Kopie gemacht werden?

Sobald die Ablichtung (Kopie) erstellt ist, ist die Verwendung unter den folgenden Voraussetzungen möglich:

  1. Nur der Ausweisinhaber darf die Kopie weitergeben.
  2. Sofern personenbezogene Daten aus dem Personalausweis erhoben oder verarbeitet werden, darf dies nur mit Einwilligung des Ausweisinhabers geschehen.

Oder anders gesagt, Wer eine Kopie von ihnen bekommt darf damit nicht machen was er will sondern nur das was Sie ihm erlauben. Und schon gar nicht darf er die Kopie Dritten weitergeben.

Soweit so unklar? Wichtige Klarstellungen. – Ablichtung und was ist darunter zu verstehen?

Der Begriff des „Ablichtens“ ist im Gesetz selbst nicht definiert aber glücklicherweise seitens des Gesetzgebers konkretisiert worden. Aus der Gesetzesbegründung geht hervor, was genau hierunter zu versehen ist:

„Die genannten Handlungsformen – Fotokopieren, Fotografieren und Einscannen – werden unter dem abstrakten Begriff des Ablichtens zusammengefasst, das Ergebnis wird als Ablichtung bezeichnet.“

Darf man die Ablichtung weitergehend bearbeiten, z. B. teilweise schwärzen?

Ja, unter gewissen Voraussetzungen. Wer die Ablichtung und die darin enthaltenen Daten nur teilweise weitergeben möchte, darf all die Stellen, die er nicht preisgeben möchte, unkenntlich machen. Dies z. B. durch Schwärzung. Aus datenschutzrechtlicher Perspektive ist dies natürlich sehr zu empfehlen.

Wir empfehlen Ihnen die Zugangsnummer (Die Online-Funktion des Ausweises) zu schwärzen. Das ist die Nummer die rechts im unterem Drittel steht. Die braucht niemand außer Ihnen selbst wenn Sie die Online-Funktionen des neuen Personalausweises nutzen möchten!

Gelungene Gesetzesänderung – auch im Sinne des Datenschutzes

Der Gesetzgeber hat mit dieser Anpassung des Gesetzes endlich mal ein Gesetz geschaffen, dass die eh schon gängige Praxis des Kopierens nun legalisiert. Nun können alle Bürger, die Behörden und andere Ausweiskopien für die Unterlagen und zur Identifizierung nutzen. Unsicherheiten im Umgang mit Ablichtungen sollten dadurch nun weitestgehend der Vergangenheit angehören. Auch die explizit aufgenommene Regelung, bestimmte Stellen der Ablichtung unkenntlich machen zu können, wird im Sinne des Datenschutzes begrüßt.

Quelle: https://www.datenschutzbeauftragter-info.de/nicht-bemerkt-personalausweis-kopieren-verboten/

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